Die Gansgesichter
(Gänseherde im südlichen Burgenland. © Österreich Werbung)
Zwei Gänse
von Julius Sturm
Zur weißen Gans sprach einst vertraulich eine graue:
»Lass uns spazieren gehn nach jener grünen Aue,
dort tun wir beide uns im jungen Grase gütlich,
denn in Gesellschaft gackt es sich doch zu gemütlich.«
»Nein«, sprach die weiße Gans, »da muss ich refüsieren,
mit meinesgleichen nur geh' ich am Tag spazieren;
Vertraulichkeit mit dir gereichte mir zur Schande,
zwar bin ich eine Gans, doch eine Gans von Stande.«
An dieser Stelle möchten wir unsere bescheidenen Erfahrungen mit Gänsen wiedergeben, damit andere nicht die selben Fehler machen. Eine Gänseherde ist im Garten nur mit enormen Aufwand artgerecht zu halten und beansprucht viiiieeeeeeeeeeeeeeel Platz und Zuwendung.
Ein paar Bilder...
und ein paar Worte dazu...
Unsere Gänsegeschichte ist eine kurze: In einem Anfall geistiger Umnachtung haben wir drei Gänse genommen. Eine deutsche Legegans und zwei Mischlinge aus Graugans und Höckergans. Liese, die weiße, war noch am zutraulichsten, aber die wilden Grauen waren nicht zu bändigen. Heute wissen wir warum die drei Kleinen nicht mit unserem Rudel harmonisierten, nach Attacken der Gänse gegen die Enten und Katzen haben wir sie zurückgebracht. Sie sind jetzt in ihrer alten Herde und verhalten sich dort ganz anders als bei uns.
Was wir daraus gelernt haben:
Drei Gänse sind zu wenig!
Die Ganter brauchen sich gegenseitig als Freund und Konkurent. Nur in einem anderen Ganter hat ein junger, von Hormonen durchfluteter Ganter einen ebenbürtigen Gegner. Kleinere Tiere werden verjagt oder verprügelt wenn sie den Gänsen zu nahe kommen. Innerhalb der Herde entsteht mit der Zeit ein funktionierendes Sozialgefüge, dazu braucht es aber auch mindestens 10 Tiere in der Herde.
Gänse brauchen Platz!
Unsere drei Gänse haben es zu dritt geschafft, innerhalb kürzester Zeit etwa 500 Quadratmeter Garten zu zerstören. Eine Gans ist als Weidetier dauernd am Futtern, hauptsächlich frisches Gras und anderes Grünzeug. Und wenn vorne viel reinkommt...
Drei Gänse machen viel mehr Mist wie 6 Enten; es ist zwar ein guter Dünger, jedoch ist die Menge enorm! Außerdem beissen sie mit Vorliebe junge, wachsende Planzen ab und lassen sie dann einfach liegen. Das machen weder unsere Pins noch unsere Brahmas.
Ein Ganter ist viel aggressiver als eine Gans!
Unsere graue Gans war in Wirklichkeit ein Ganter. Der größte Unterschied ist die viel leisere, aber höhere Stimme. Ähnlich wie bei ihren Verwandten den Enten fiepsen die männlichen Tiere vor sich hin während die weiblichen Tiere enorme Stimmkraft besitzen.
Der Ganter hat einen anderen Körperbau als die Gans, er ist vorne schmäler und hat eine andere Brust als die Gänse. Außerdem ist er insgesammt massiger, breiter, größer. Er bekommt mit zunehmenden Alter auch diese unübersehbare Wölbung am Unterleib, sieht bei erwachsenen Tieren aus als hätten sie eine Fußball verschluckt.
Gänsevideos
Gans und Ganter
Der Ganter hat, wie bei den Enten, eine viel höhere Stimme als die Gänsedamen, dieser Clip soll Euch davon einen Eindruck verschaffen. Der Glaube drei Gänse gekauft zu haben entpuppte sich schon am ersten Tag nach einiger Beobachtung als Irrtum, aber sehet selbst:
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Gefiederpflege
Unsere Gänse bei der Gefiederpflege, einfach schön anzusehen finde ich.
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Weidegang
Auf dem Weg zum Weideplatz. Wir führten die Gänse immer an verschiedene Plätze zum Grasen, setzten uns zu ihnen und sprachen mit ihnen. Das tut den Tieren gut, und das Futter schmeckt dann auch gleich viel besser. :-)
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last update: 02-03-10